Historischer Verein Stadt Neunkirchen e.V. - Historischer Wanderweg Kasbruchthal
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Historischer Wanderweg Kasbruchthal PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von burkhardt   
Friday, 30. June 2006

Historischer Wanderweg

NEUNKIRCHEN – KASBRUCHTAL


Das zwei Kilometer lange, wasserreiche Naturschutz-Tal Kasbruch (von Kas = casné / kelt. casanus /lat. = Eiche) beim Wasserwerk Neunkirchen-Wellesweiler hat drei große Taleingänge, an denen jeweils eine Wegeführungstafel informiert.
 bild_1_wanderweg_kasbruch_gensheimer  bild_2_wanderweg_kasbruch_gensheimer_streckenhinweistafel_standort_landertaleingang
Nr. 1) Hinweisschild Nr. 2)Wegeführungstafel
Auf private Initiative hat im Jahre 2000 die Kreisstadt Neunkirchen hier einen gut beschilderten Wanderweg (Führungszeit etwa 2 Stunden) eingerichtet.
Er soll einmal zum „Historischen Lehrpfad Kasbruchtal“ werden. Die ältesten Funde von dort entstammen der Jungsteinzeit und aus gallorömischer Zeit. Sie befinden sich im Museum für Vor- und Frühgeschichte Berlin-Charlottenburg (Nr. 3 und 4).
bild_3_wanderweg_kasbruch_gensheimerbeschreibung_bild_3a bild_4_wanderweg_kasbruch_gensheimerbeschreibung_bild_4a
Nr. 3) grauer Steinhammer / Neolithicum
(L.: 11,2 cm / B.: 4,2 cm)

Nr. 4) Jagdwehrgehänge aus Bronze
(H.: 8,6 cm / B.: 7,2 cm)
 bild_5_wanderweg_kasbruch_gensheimer  bild_6_wanderweg_kasbruch_gensheimer
Nr. 5) römerzeiticher Steinbruch "Steinwald"
Nr. 6) römerzeitlicher Steinbruch "Opferstein"
 bild_7_wanderweg_kasbruch_gensheimerrmertreppe_jungferntrapp  bild_8_wanderweg_kasbruch_gensheimer_gallorm._felsgrberr
Nr. 7) "Jungferntrapp" - "Römertreppe"
Nr. 8) "Felsengräber"
Die Bodendenkmäler (Buntsandstein d. Trifelsformation) aus gallorömischer Zeit (2./3. Jahrh. n. Chr.) und das über „Jungferntrapp“(Nr. 7) und „Kleine Stiege“ zu erreichende Felsplateau beherrschen den Südhang des Kasbruchtales. Vier viereckige und zwei runde Einlochungen im Boden der Felsplatte zählen als Felsgräber (Nr.8) aus dem 1. – 3. Jahrh. n. Christus. Grabungen führten schon 1921-1922 im Tal zu sieben Hausfundamenten aus keltisch-römischer Zeit (Nr. 9)
 bild_9_wanderweg_kasbruch_gensheimer_fundamenteckstein_2-3_jahrh._2003_versetzt  bild_10_wanderweg_kasbruch_gensheimerbeschreibung_bild_10a
Nr. 9) Hausfundamente
Nr. 10) Läuferstein einer Glasurmühle
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 Nr. 11) Bilderschüssel
Nr. 12) Trommel (H.: 50 cm / D.: 50 cm)
und dabei zu Scherbenfunden, zahlreichen Fehlbrandstücken und dem Läuferstein (Nr. 10) einer Glasurmühle zu einer vermuteten Töpferei (Nr. 11, Bilderschüssel).
Bedeutsam sind auch die Zufallsfunde aus dem Tal nahe der Pumpstation (Nr. 13, 14, 15) wie die Trommel (Nr. 12) als Teil einer Jupiter-Gigantensäule.
 bild_13_wanderweg_kasbruch_gensheimerhlz._wasserleit._beschreibung_bild_13a  bild_14_wanderweg_kasbruch_fragment_venus-statuette_12_cm_gensheimer
Nr. 13) Reste eines Hypocaustrums (Museum für Vor- und Frühgeschichte - Saarbrücken
Nr. 14) Fragment einer Venus Statuette (H.: 12 cm)
 bild_15_wanderweg_kasbruch_panzerstatuegensheimerbeschreibung_bild_15a  
Nr. 15) Fragment einer bronzenen Panzerstatue
 
Dieser herausragende Fund des Fragments einer bronzenen Panzerstatue (Nr. 15) aus dem 2. / 3.Jahrhundert befindet sich im Museum für Vor- und Frühgeschichte in Saarbrücken. Eine originalgetreue Nachbildung steht seit 2004 im Rathausfoyer der Kreisstadt Neunkirchen. Der große Bronze-Statuenfund von 1976 (Br.: 58 cm / H.: 18cm) ließ Prof. Dr. Alfons Kolling (+2004) hier auf ein gallorömisches Quellheiligtum des Heilgottes MARS CNABETIUS (d. kelt. Mediomatriker) schließen.
 bild_16_wanderweg_kasbruchorg._rennofen_ausstellung_rathaus_2003_gensheimer  bild_17_wanderweg_kasbruch_gensheimer
 Nr. 16) Unterbau eines Schmelzofens
Nr. 17) Fundetafel Römertreppe / am Südweg
 tafel2  
Nr. 18) Fundetafel nahe Felsenbank / am Nordweg beim Fundort Nr. 4 der Grabung 1921/1922 - heute wieder übererdetes Fundament aus dem 2./3. Jahrh. nach Christus  

Fund aus merowingisch-frühfränkischer Zeit (7. / 8. Jahrh, n. Chr.)
Beim Landerthal-Eingang zum Kasbruchtal wurde 1952 der Unterbau (Schmelzzone) einer merowingisch / frühfränkischen Eisenschmelze (etwa 700 n. Chr.) entdeckt.
Dieser Rennofen (v. mhd "rinnen") gilt als Urahn der späteren Eisenverhüttung im Neunkircher Raum. Das Original steht heute im Rathausfoyer der Kreisstadt Neunkirchen.
 Texte und Fotos: G. Gensheimer
 Zum Kennelernen:
  • 2002 Prof. Dr. A. Kolling: "Gallorömisches Quellheiligtum Kasbruch"
  • 1998 G. Gensheimer: "Steinerne Zeitzeugen im Kasbruch"
  • 2003 VHS-Video H.G. Ludwig / G. Gensheimer: "Funde im Kasbruchtal vor Ort bei einer Führung erklärt"
Führung: halbjhl. im VHS-Neunkirchen Program und auf Anfrage
bei G. Gensheimer - Neunkirchen/Saar, Tel.: 06821-32272





Letzte Aktualisierung ( Tuesday, 18. December 2007 )
 
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